Geschichte der Fußball-Weltmeisterschaft

Das bedeutendste internationale Fußballturnier für Nationalmannschaften wird seit 1930 von der FIFA (Fédération Internationale de Football Association: Internationale Föderation des Verbandsfußballs) veranstaltet. Der FIFA gehören zurzeit 208 nationale Verbände an. Die WM wird alle vier Jahre in einem anderen Land ausgetragen. Über den Austragungsort entscheidet der Exekutiv-Ausschuss der FIFA. Der nationale FIFA-Mitgliedsverband des Gastgeberlandes – bei der WM 2010 ist dies der Südafrikanische Fußballverband – ist Ausrichter des FIFA World CupTM.

Der ausrichtende Verband ist für die Planung, Organisation und Durchführung der Endrunde sowie für Sicherheit und Ordnung in Zusammenarbeit mit der jeweiligen Regierung zuständig. Mit der Fernsehdirektübertragung der Spiele seit den 1950er Jahren wurde die WM zu einem globalen Sportereignis. Sie hat sich in den vergangenen Jahrzehnten auch zu einem kommerziellen Großereignis mit Milliardenumsätzen entwickelt.

Die Weltmeisterschaft wird in zwei Phasen ausgetragen: in einer Qualifikationsrunde und einer Endrunde (WM-Turnier). Grundsätzlich können alle der FIFA angeschlossenen Verbände mit ihren Nationalteams an der WM-Qualifikation teilnehmen. Seit der WM 1938 ist das Gastgeberland automatisch für das Turnier qualifiziert. An den ersten Turnieren nahmen zunächst vorwiegend Mannschaften aus Europa sowie aus Lateinamerika teil. Die Zahl der Mannschaften bei den ersten WM-Turnieren fiel unterschiedlich aus. Seit der WM 1954 beteiligten sich 16 Mannschaften an der Endrunde. 1982 wurde die Teilnehmerzahl auf 24 Mannschaften erhöht. Seit der Weltmeisterschaft 1998 nehmen 32 Länder an der WM-Endrunde teil. Brasilien ist das einzige Land, das bei allen bisherigen Endrunden vertreten war. Auch das Wettbewerbsformat der Endrunde hat sich mehrmals verändert.

Seit der WM 1998 wird das Turnier wie folgt ausgetragen: Zunächst findet eine Gruppenphase mit acht Vierergruppen statt. Die erst- und die zweitplatzierten Mannschaften jeder Gruppe kommen weiter; anschließend finden im K.-o-System Achtelfinale, Viertelfinale, Halbfinale, Spiel um Platz drei sowie das Endspiel statt. Der Sieger des Endspiels gewinnt den FIFA Pokal der Weltmeisterschaft sowie 30 Millionen US-Dollar Preisgeld (WM 2010). Die Pokalverleihung ist im Reglement der FIFA zur WM 2010 geregelt: „(…) Der Weltmeister erhält den Pokal im Rahmen einer Zeremonie unmittelbar nach dem Ende des Finales und muss ihn der FIFA auf Verlangen, aber jedenfalls vor der Abreise aus Südafrika zurückgeben, worauf er ein Replikat des Pokals erhält.“ 2010 wird die FIFA eine Gesamtsumme von 420 Millionen US-Dollar an die teilnehmenden Verbände sowie die Klubs der Spieler ausschütten.

In der Geschichte der Fußball-Weltmeisterschaft wurde auch das Reglement mehrmals verändert. So müssen zum Beispiel alle Spieler seit der WM 1954 Rückennummern auf ihren Trikots tragen. Auswechslungen von Spielern sind erst seit der Weltmeisterschaft 1970 erlaubt. Erstmals für dieses Turnier wurden zudem die gelbe und rote Karte eingeführt. Die 1. Fußball-Weltmeisterschaft überhaupt wurde im Jahr 1930 in Uruguay ausgetragen. Sie war damals unter den europäischen Mitgliedsverbänden der FIFA höchst umstritten, so dass lediglich vier Länder aus Europa – Belgien, Frankreich, Jugoslawien und Rumänien – ihre Nationalteams nach Südamerika entsandten. Als Gründe wurden u.a. die beschwerliche Anreise mit dem Schiff sowie finanzielle Probleme infolge der Weltwirtschaftskrise angegeben. Für diese erste WM, an der 13 Mannschaften teilnahmen, gab es im Gegensatz zu allen späteren Turnieren noch keine Qualifikationsrunde.

Erster Fußball-Weltmeister wurde die Mannschaft des Gastgeberlandes mit einem 4:2 Finalsieg gegen Argentinien. Die nächsten beiden Weltmeisterschaften, die jeweils Italien gewann, wurden dann in Europa, 1934 in Italien und 1938 in Frankreich, ausgerichtet. Kriegsbedingt fand die 4. Fußball-WM erst nach zwölf Jahren Pause 1950 in Brasilien statt. Bei diesem Turnier wurde der Weltmeister in einer Finalrunde ermittelt, aus der Uruguay siegreich hervorging und zum zweiten Mal Weltmeister wurde. An der Qualifikationsrunde konnte eine deutsche Mannschaft noch nicht teilnehmen.
Bei der 5. Weltmeisterschaft 1954 in der Schweiz wurde erstmals eine deutsche Fußballnationalmannschaft Weltmeister.
Die DFB-Elf setzte sich im Endspiel in Bern überraschend mit 3:2 gegen den WM-Favoriten Ungarn durch („Das Wunder von Bern“). Sieger der 6. Fußball-WM 1958 in Schweden sowie der 7. WM 1962 in Chile wurde die brasilianische Nationalmannschaft. Bei der 8. Fußballweltmeisterschaft in England 1966 besiegte die Mannschaft des Gastgebers im Finale Deutschland 4:2 nach Verlängerung. Umstritten bleibt bis heute das dritte Tor der Engländer („Wembley-Tor“).
1970 wurde mit Mexiko erstmals ein Land in Mittelamerika Ausrichter einer Fußball-Weltmeisterschaft.

Bei dieser 9. WM wurde Brasilien zum dritten Mal Weltmeister. 1974 fand erstmals eine WM-Endrunde in Deutschland statt. Der Gastgeber konnte sich bei dieser 10. WM im Endspiel mit 2:1 gegen die Niederlande durchsetzen und den zweiten WM-Titel feiern.
Auch bei der 11. WM 1978 in Argentinien gewann wieder die Mannschaft des Gastgeberlandes den WM-Pokal.
Bei der 12. Fußballweltmeisterschaft in Spanien 1982 errang die italienische Mannschaft durch einen 3:1 Endspielsieg gegen Deutschland ihren dritten WM-Titel.
Im Finale der 13. WM 1986 in Mexiko konnte sich die argentinische Nationalmannschaft gegen die DFB-Elf mit 3:2 durchsetzen und ihren zweiten WM-Titel gewinnen.
Bei der 14. Fußball- Weltmeisterschaft in Italien 1990 gewann die deutsche Nationalmannschaft mit einem 1:0 im Endspiel gegen Titelverteidiger Argentinien zum dritten Mal den WM-Pokal. 1994 in den USA, wo Brasilien zum vierten Mal Weltmeister wurde, fand erstmals eine WM in Nordamerika statt.
Die 16. Fußballweltmeisterschaft 1998 in Frankreich wurde wiederum vom Gastgeber gewonnen.
Die 17. WM 2002 hatte gleich zwei Premieren vorzuweisen. Zum einen wurden mit Südkorea und Japan erstmals zwei Länder Ausrichter einer WM, zum anderen wurde das Turnier erstmals in Asien ausgespielt. Weltmeister wurde zum fünften Mal Brasilien, das sich im Finale mit 2:0 gegen Deutschland durchsetzte.
2006 fand die WM zum zweiten Mal in der WM-Historie in Deutschland statt. Bei dieser 18. WM holte Italien zum vierten Mal den Titel.